Einlagensicherung

Die Einlagensicherung ist ein System zur Entschädigung von Kontoinhabern im Fall der Zahlungsunfähigkeit einer Bank.

Einlagen sind Kontoguthaben jeglicher Art. Hierzu zählen z.B. Girokonto-Guthaben oder Tages- und Termingelder. Im Fall der Zahlungsunfähigkeit einer Bank sind die Einlagen der Kunden geschützt. In Deutschland bzw. der EU besteht einen gesetzlicher Entschädigungsanspruch von bis zu € 100.000 (in Ausnahmefällen bis zu € 500.000). Neben dieser gesetzlichen Einlagensicherung existiert in Deutschland eine freiwillige Einlagensicherung der verschiedenen privaten Kreditinstitute, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diese Sicherungssysteme und der Umfang ihrer Einlagensicherung sind nachfolgend aufgelistet:

 

Sicherungseinrichtung Sicherungsumfang Höchstbetrag der Einlagensicherung
Bundesverband deutscher Banken 100% 15% des haftenden Eigenkapitals der Bank zum Zeitpunkt des letzten Jahresabschlusses
Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken 100% betragsmäßig unbegrenzt
Bundesverband öffentlicher Banken 100% betragsmäßig unbegrenzt
Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen 90% € 20.000
Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe 100% betragsmäßig unbegrenzt
Sicherungseinrichtung der privaten Bausparkassen 100% € 250.000

 

Einlagen, die nicht der gesetzlichen oder freiwilligen Einlagensicherung unterfallen, müssen als Insolvenzforderung zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Ein eventuell vorhandenes Restvermögen der insolventen Bank wird anteilig im Rahmen der jeweiligen Insolvenzquote an die Gläubiger ausgekehrt. Eine bevorzugte Behandlung der Einlagen-Kunden im Verhältnis zu den übrigen Gläubigern der insolventen Bank findet nicht statt.

 

FAMOVIS Hinweis 1: Das Depot eines Bankkunden mit Wertpapieren (Aktien, Anleihen, Investmentfonds etc.) ist keine Einlage und somit nicht von der Einlagensicherung erfasst. Bei Insolvenz der depotführenden Bank ist der Kunde gleichwohl besser geschützt. Denn die Wertpapiere, die eine Bank für Kunden in einem Depot verwahrt, verbleiben grundsätzlich im Eigentum des Kunden. Die Wertpapiere werden von der Depotbank lediglich treuhänderisch verwaltet. Bei Insolvenz der Depotbank steht dem Kunden ein sogenanntes Aussonderungsrecht nach der Insolvenzordnung zu. Sollte das Institut geschlossen werden, hat der Kunde daher einen Anspruch auf Herausgabe der verwahrten Wertpapiere, die beim Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden sind. D.h. selbst wenn die Einlagen der insolventen Bank eingefroren sind, können Kunden ihr Wertpapierdepot zu einer anderen Bank übertragen.

FAMOVIS Hinweis 2: Bei Auswahl einer Bank, egal ob für Einlagen (Tages- und Termingelder) oder für die Wertpapierverwahrung,  empfehlen wir auch auf die Kapitalstärke einer Bank zu achten. Die Kapitalstärke einer Bank kann anhand einer Kennzahl abgelesen werden. Banken müssen ausreichend Eigenkapital vorhalten um unerwartete Verluste decken und in einer Krise zahlungsfähig bleiben zu können. Das sog. Kernkapital stellt dabei die Fortführung der Geschäftstätigkeit sicher. Es ermöglicht einer Bank ihren Geschäftsbetrieb fortzusetzen und laufende Verluste aufzufangen. Erstklassiges Kernkapital wird dabei als hartes Kernkapital (common equity tier 1 – CET1) bezeichnet. Das Verhältnis von hartem Kernkapital zu Risiken in der Bankbilanz wird mit der harten Kernkapitalquote in % (CET1 quote) ausgewiesen. Je höher diese Quote ist, desto kapitalstärker ist eine Bank. FAMOVIS nimmt eine bewusste Selektion der Banken nach strengen Kriterien vor. Aufnahme auf der FAMOVIS Plattform finden allein kapitalstarke Banken.

 
© Copyright 2021 FAMOVIS GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Bankhaus Ellwanger & Geiger - Ganz privat und sehr persönlich Ganz privat und sehr persönlich
Bankhaus Ellwanger & Geiger
Neue Bank AG - Etablierte Privatbank in Vaduz Etablierte Privatbank in Vaduz
Neue Bank AG