Kosten (Vermögensverwaltung)

Die Kosten der Vermögensverwaltung im Private Banking basieren auf zwei unterschiedlichen Gebührenmodellen: Dem Pauschalgebührenmodell und dem Einzelgebührenmodell.

Gebührenmodelle in der Vermögensverwaltung

Von Banken werden regelmäßig zwei unterschiedliche Gebührenmodelle angeboten. Entweder werden die erbrachten Leistungen für die Verwahrung der Wertpapiere, für den Kauf sowie Verkauf von Wertpapieren und die erbrachte Vermögensverwaltung einzeln abgerechnet. Oder aber diese Leistungen der Bank werden pauschal mit einem Gebührensatz abgerechnet (Pauschalgebühr / All-in-fee).

Welches Gebührenmodell eine Bank anbietet und wie hoch die Kosten ausfallen, kann dem Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank entnommen werden. Die Kosten werden dabei stets als Prozentsatz vom betreuten Kundenvermögen berechnet.

 

Beispiel: Einzelgebühren

   Depotführung 0,2% p.a.

+ Verwaltungsgebühr 1,0% p.a.

+ Transaktionsgebühren gemäß Preisverzeichnis der Bank

 

Beispiel: Pauschalgebühren

1,2% p.a.

 

Eine Pauschalgebühr ist bei der Vermögensverwaltung attraktiv, da die in dieser Gebühr enthaltenen kalkulatorischen Kosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren (sog. Transaktionskostenpauschale) als Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht werden können. Bis zu 50% der Pauschalgebühr (All-in-fee) dürfen dabei als Transaktionskostenpauschale steuermindernd geltend gemacht werden. Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist, dass die Höhe der Transaktionskostenpauschale im Vermögensverwaltungsvertrag festgehalten (BMF 18.01.2016, IV C 1 - S 2252/08/10004, Rz. 93) oder zumindest in der Abrechnung der Pauschalgebühr (All-in-fee) ausgewiesen ist (Rz. 96). Diese Regelung gilt auch für die Anlageberatung (Beratungsverträge, BMF 18.01.2016, IV C 1 - S 2252/08/10004, Rz.95)

Die in der Pauschalgebühr (All-in-fee) enthaltene Transaktionskostenpauschale (→ Transaktionskostenpauschale) muss dabei auf einer sachgerechten und nachprüfbaren Berechnung beruhen.

 

Höhe der Gebühren

Die Höhe der Gebühren eines Vermögensverwaltungsmandats bestimmt sich insbesondere anhand der Anlagestrategie und der Aktienquote des Mandats. Ein aktiv gemanagtes Vermögensverwaltungsmandat mit hoher Aktienquote wird z.B. unterjährig mehr Käufe und Verkäufe von Wertpapieren vornehmen als ein passiv gemanagtes Vermögensverwaltungsmandat mit hoher Anleihequote. Entsprechend sind die Kosten von aktiv gemanagten Mandaten und Mandaten mit hoher Aktienquote höher als bei Mandaten, die passiv gemanagt werden ("buy and hold") oder in Anleihen investieren und diese bis zu deren Endfälligkeit halten.

 

FAMOVIS Hinweis: Ein Pauschalgebührenmodell (All-in-fee) ist unter steuerlichen Gesichtspunkten attraktiv. Es muss aber nicht immer die beste Wahl für den Private Banking Kunden sein. Wird beim Vermögensverwaltungsmandat z.B. eine Buy-And-Hold-Strategie verfolgt, die innerhalb eines Kalenderjahres wenig Wertpapiertransaktionen nach sich zieht, so kann - rein wirtschaftlich betrachtet - das Gebührenmodell mit einer Einzel-Abrechnung angefallener Gebühren mitunter die bessere Wahl sein, da geringere Kosten für den Kunden damit verbunden sind.

 

 
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