Lombardkredit

Lombardkredit ist ein Kredit, bei dem ein Wertpapierdepot des Kunden als Sicherheit dient und an die kreditgebende Bank verpfändet wird.

Die Kredithöhe bemisst sich nach dem Beleihungswert des Wertpapierdepots. Der Beleihungswert errechnet sich aus dem aktuellen Kurswert der Wertpapiere des verpfändeten Depots abzüglich der in den Beleihungsrichtlinien der Bank festgelegten Sicherheitsmarge. Die nachfolgenden Beleihungswerte sind branchenüblich und geben eine erste Orientierung:

 

Finanzinstrument Maximaler Beleihungswert Beleihungswert u.a. abhängig von:
Aktie 70%

  Kursschwankung der Aktie

  Handelsvolumen der Aktie (Liquidierbarkeit)

Anleihe 80%

  Bonität/Rating des Emittenten (Ausfallwahrscheinlichkeit)

  Handelsvolumen der Anleihe (Liquidierbarkeit)

Barbestand (Cash) 95%   Wechselkurs der Währung zu anderen Währungen (USD etc.)

 

Der Lombardkredit tritt in zwei Erscheinungsformen auf. Als Festvorschuss und als Kontokorrentkredit.

 

Kontokorrent

Als Kontokorrent weist der Lombardkredit folgende Eigenschaften auf:

  • Laufzeit: Variabel
  • Kredithöhe: Variabel
  • Zinssatz: Variabel
  • Zinstermine: Fix

Der maximal mögliche Kreditbetrag liegt bei der maximalen Beleihungshöhe des verpfändeten Wertpapierdepots. Der Zinssatz ist während der Laufzeit variabel und basiert auf den jeweils aktuellen Geld- und Kapitalmarktkonditionen. Zinszahlungen erfolgen fix zu einem festen Zeitpunkt (z.B. vierteljährlich). Zinszahlungen fallen dabei nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Kreditbetrag an.

 

Festvorschuss

Als Festvorschuss weist der Lombardkredit folgende Eigenschaften auf:

  • Laufzeit: Fix
  • Kredithöhe: Fix
  • Zinssatz: Fix
  • Zinstermine: Fix

Der maximal mögliche Kreditbetrag liegt bei der maximalen Beleihungshöhe. Der Zinssatz ist während der Laufzeit fix und basiert auf den jeweils bei Vertragsabschluss vereinbarten Konditionen. Zinszahlungen erfolgen fix zu einem festen Zeitpunkt (z.B. vierteljährlich).

In der Praxis wird ein Lombardkredit von Depotinhabern regelmäßig in zwei Fällen genutzt. Zum einen wenn ein kurzfristiger Finanzierungsbedarf besteht (z.B. Steuerzahlung, Autokauf etc.) und dieser nicht durch den Verkauf von Wertpapieren gedeckt werden soll. Der Lombardkredit wird dann in Anspruch genommen, weil er im Vergleich zu einem Überziehungskredit auf dem Girokonto deutlich niedrigere Zinsen hat und somit günstiger ist. Zum anderen wird ein Lombardkredit auch zur Steigerung der Rendite (→ Leverage) des bestehenden Wertpapierportfolios eingesetzt.

 
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