Verlust

Verlust ist die negative Veränderung des Kurswertes eines Wertpapiers im Vergleich zu seinem ursprünglichen Einstandswert.

Bei einem Verlust gilt es zwischen realisiertem Verlust und Buchverlust zu unterscheiden. Buchverlust ist ein Verlust, der noch nicht durch den Verkauf des Wertpapiers realisiert wurde. Der realisierte Verlust ist hingegen die Vermögenseinbuße, welche sich aus der Differenz zwischen dem Einstandskurs und dem Verkaufskurs eines Finanzinstruments ergibt. Der Einstandskurs ist der Kaufkurs eines Finanzinstruments zuzüglich aller Gebühren, die dafür angefallen sind.

 

Wirtschaftliche Aspekte

Die Kompensation von Verlusten ist nur mit überproportionalen Gewinnen möglich. Dies liegt am sog. Basiseffekt, da der Kursgewinn von einer niedrigen Basis aus erzielt wird.

So ist z.B. bei einem Verlust von 40% ein Gewinn von 66.7% von Nöten, um den ursprünglichen Kurswert wieder zu erreichen.

Kompensation von Kursverlusten (Matrix)    
Kursverlust Kurs Erforderlicher Kursgewinn
0% 100 0.0%
5% 95 5.3%
10% 90 11.2%
15% 85 17.7%
20% 80 25.0%
25% 75 33.4%
30% 70 40.3%
35% 65 53.9%
40% 60 66.7%
45% 55 81.9%
50% 50 100%

Neben der Frage welche Kursgewinne nötig sind, um eingetretene Verluste zu kompensieren, interessiert Anleger natürlich auch, wie lange dieser Aufholprozess zeitlich dauert. Auskunft hierüber gibt die Kenziffer “TEB - time to break even”, die von Banken bei Ihren Vermögensverwaltungsmandaten vereinzelt ausgewiesen werden. Die Kennziffer gibt die längste Zeitperiode in der Vergangenheit an, welche nötig war um wieder einen Verlust aufzuholen.

 

Steuerliche Aspekte

Im deutschen Steuerrecht können realisierte Verluste aus Kapitalanlagen nur mit realisierten Gewinnen aus (anderen) Kapitalanlagen verrechnet werden. Eine Verrechnung mit Gewinnen aus anderen Einkünften, wie z.B. aus Vermietung und Verpachtung, ist nicht möglich.

Die steuerliche Verrechnung von realisierten Verlusten aus der Veräußerung von Aktien unterliegt weiteren Einschränkungen. Diese Verluste können allein mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 EStG).

Kann ein Anleger in einem Kalenderjahr nicht sämtliche Verluste nutzen, so können diese auf die Folgejahre vorgetragen werden (§ 10d EStG).

 
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